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Work-Life-Balance: Der Mythos hinter dem Begriff 

2 Min.

Such dir einen Job, der dir Work-Life-Balance bietet.

Diesen Ratschlag hast du sicher schon oft von Karriereberater:innen, auf Social Media oder von Arbeitgebern gehört, die Flexibilität versprechen.

Aber die Wahrheit ist: Eine perfekte Work-Life-Balance gibt es nicht. Und ständig danach zu streben, ist nicht unbedingt hilfreich.

Was ist also der bessere Weg? Lass uns den Mythos entlarven – und eine gesündere Alternative finden.

Der Ursprung des Begriffs

Der Ausdruck „Work-Life-Balance“ stammt aus dem späten 20. Jahrhundert. Damals waren Büro und Zuhause klar getrennt. Morgens stempelte man sich ein und abends wieder aus – und dann begann der Feierabend.

Heute sieht das anders aus: Smartphones machen uns rund um die Uhr erreichbar. Remote-Arbeit lässt Grenzen verschwimmen. Vielen ist der Sinn in ihrer Arbeit wichtig – weit über den Lohn hinaus.

Eine Deloitte-Umfrage 2025 in der Schweiz zeigt: 40 % der Gen Z nennen ihren Job als Hauptquelle für Stress und Angst. Die Gründe: Zeitdruck, lange Arbeitszeiten und ungerechte Entscheidungen.

Trotzdem setzen sie auf persönliches Wachstum, Sinnhaftigkeit und Wohlbefinden, statt auf starre Karriereleitern.

Kurz gesagt: Die strikte Trennung von Arbeit und Leben passt nicht mehr zur heutigen Realität.

Warum das Streben nach Work-Life-Balance schädlich sein kann

Immer mehr Fachleute sehen in der Work-Life-Balance einen Mythos. Sie stellt Arbeit und Leben als Gegensätze dar, die um unsere Zeit kämpfen.

Das erzeugt Schuldgefühle: Eine E-Mail mehr wirkt wie gestohlene Familienzeit. Eine verpasste Deadline löst Angst vor schlechter Leistung aus.

Der Druck, alles perfekt auszubalancieren, setzt uns unter Stress. Er lenkt von den eigentlichen Problemen ab, wie einer zu hohen Arbeitslast oder einer toxischen Unternehmenskultur.

Dabei gilt: Nicht jedes Lebenskapitel verlangt das gleiche Gleichgewicht. Elternschaft, Karrierephasen oder persönliche Veränderungen brauchen Flexibilität und kein starres Modell.

Dazu haben wir im letzten Jahr einen spannenden Artikel veröffentlicht, in dem es um das Modell der atmenden Lebensläufe geht. Dahinter steckt die Idee einer Lebensarbeitszeit, die je nach Lebensphase unterbrochen oder reduziert werden kann – bezahlt.

Die bessere Alternative: Integration und Autonomie

Statt Balance: Work-Life-Integration.

Das bedeutet: Du gestaltest deinen Alltag so, dass er zu deinen Werten, deiner Energie und deinen Prioritäten passt.

Studien zeigen: Integration gelingt, wenn du Autonomie und Flexibilität hast. Wer selbst bestimmt, wann und wie gearbeitet wird, erlebt weniger Stress – ganz unabhängig von der Wochenarbeitszeit.

Wichtige Elemente dafür sind:

  • Autonomie: Du entscheidest über deinen Zeitplan – mit dem Vertrauen deines Arbeitgebers.
  • Flexibilität: Hybride Modelle, anpassbare Arbeitszeiten, Freiraum für Alltagsdynamik.
  • Sinnvolle Grenzen: Lade deine Energie gezielt auf. Ohne Schuldgefühle. Der Fokus liegt idealerweise auf Resultaten, nicht auf Präsenzzeit.

Die Forschung bestätigt: Autonomie und Flexibilität führen zu mehr Zufriedenheit, Produktivität und Gesundheit.

Was das für deine Jobsuche bedeutet

Stell nicht nur die eine Frage: „Bietet mir dieser Job Work-Life-Balance?“

Frag stattdessen:

  • Wie viel Autonomie habe ich im Alltag? Kann ich meine Zeiten flexibel anpassen – z. B. für Kitaabholzeiten, Schulwege oder persönliche Hochphasen?
  • Wie wird Remote oder Hybrid konkret umgesetzt? Und wie wird das Abschalten nach Feierabend unterstützt?
  • Wie geht das Team mit intensiven Phasen um? Gibt es zusätzliche Ressourcen, verlängerte Deadlines oder bewusst geschützte Erholungszeiten?
  • Wie wird Erfolg gemessen – in Stunden oder in Ergebnissen?

Definiere Erfolg neu: als eine Karriere, die sich in dein Leben einfügt – nicht dagegen ankämpft.

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